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 Girne (Kyrenia)

 
Girne ist die Perle und der Augapfel von Nordzypern. Die Stadt nebst Umgebung bildet das am meisten favorisierte Urlaubsziel der Insel. Manchen Überlieferungen zufolge wurde die Stadt im 10. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von den Achäern gegründet. Die Gründer gaben der Stadt den Namen Kyrenia. So hieß ein Berg in ihrem Heimatland. Eine andere Ansicht wiederum besagt, dass sich hier im 9. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung Phönizier niedergelassen haben, die Handelskolonien errichteten. Der Name der Stadt wird in römischen Quellen als Corineum gewürdigt. Ihre Geschichte ist zugleich auch die Geschichte der ganzen Insel. Sie wurde während der byzantinischen Epoche mehrere Male von arabischen Korsaren ausgeplündert. Die Festung Kyrenia ist eine der interessantesten historischen Überbleibsel der Stadt. Entlang des Hafens reihen sich Restaurants, Bars und Straßencafés, wo die türkische Küche und Gerichte unseres Landes, sowie auch sonstige Speisen angeboten werden. In Girne sollten folgende Sehenswürdigkeiten besichtigt werden: Dir Festung Kyrenia, das Dorf Beylerbeyi, die Burg St. Hilarion, das Grabmal des Omar, das „Schiffswrack–Museum“, die Burg Buffavento, das Museum für Frieden und Freiheit, das Museum für Volkskunstwerke, diverse Kirchen und Kloster. Hier eine kleine Auswahl der bedeutendsten touristischen Stätten von Girne:
   
 
Das blaue Haus
 
Wird auch als das Haus des Schmugglers bezeichnet, da der Besitzer Byron Pavlides sich unter dem Anschein eines Rechtsanwaltes ein Vermögen durch Waffenschmuggel verdiente und dieses Haus bauen ließ. Pavlides war einer der größten Waffenschmuggler seiner Zeit. Das Haus sollte bei einem Zypernurlaub unbedingt besichtigt werden. Für ausführliche Info klicken Sie bitte auf das Bild des Hauses, wodurch Sie zu der Seite unserer Website gelangen, die sich mit diesem Thema befasst. 
 
 
Das Grabmal des Omar und das Gebetshaus
 
Das Grabmal des Omar ist eine wichtige Stätte auf Zypern, die gerne besichtigt wird und wo Leute Opfergaben darreichen. Es befindet sich am Küstensaum des Dorfes Çatalköy, ca. 4 km im Osten von Girne. Hier sind die Leichname von 7 muslimischen Kriegern begraben, die zum Heer des Muawiya gehörten und von denen der Kommandant Omar hieß. Die Namen der übrigen Krieger sind unbekannt. Diese 7 Krieger wurden an der Stelle, wo jetzt ihr Grabmal steht, zu Märtyrern (im Jahr 647 nach unserer Zeitrechnung) und man bestattete sie in einer nahegelegenen Höhle. Es wird gesagt, dass die sieben Gräber in diesem Grabmal leer sind und nur symbolische Bedeutung haben und deshalb errichtet worden sind, um dem Islam Standfestigkeit auf Zypern zu verleihen. Einer anderen Ansicht zufolge aber haben die Osmanen die Gebeine nach der Einnahme Zyperns aus der Höhle geholt und an der jetzigen Stelle bestattet. Im Nachhinein baute man dann dieses Grabmal und das Gebetshaus hier. Von daher also der Name „Grabmal des Omar“.  Das Grabmal wurde im Jahr 1963 infolge der Angriffe der griechischen Zyprer okkupiert und geplündert. Später erklärte man das Umfeld für militärisches Gebiet und den Türken wurde der Besuch des Grabmals verboten. Das Grabmal ist einige Male von den griechischen Zyprern zerstört worden und im Jahr 1974 fügte ihm ein Blitzeinschlag Schaden zu. 1978 wurde es unachtsam restauriert, weswegen seine Originalität – wenn auch teilweise – verlorenging. 
 
Das Dorf Beylerbeyi
 
Dieses schlichte Dorf liegt 4-5 km östlich von Girne und hat eine Einwohnerzahl von etwa 500 Personen. Da hier die Aussicht sehr schön ist und es sich um einen ruhigen Ort handelt, verwendet man auch – wie schon aus der lateinischen Bezeichnung hervorgeht – die Namensgebung „Ort des Friedens“. Wenn man das Wort Beylerbeyi hört, denkt man sofort an das hier südlich gelegene Kloster. Der heutige Name dieses auf einem Felsvorsprung errichteten Klosters leitet sich aus dem französischen „Abbaye de la Paix“ (Abtei des Friedens) ab. Das Kloster ist ein Meisterwerk der gotischen Architektur und ist als ihr schönstes Exemplar im Nahen Osten bekannt. Auch der Name „das weiße Kloster“ ist geläufig. Er gründet auf den weißen Bekleidungen der Menschen, die hier gelebt haben. Es ist bekannt, dass die ersten Bewohner der „Abtei Bellapais“ die Augustinermönche waren, die vor Saladin, der im Jahr 1187 Jerusalem eroberte, nach Zypern flohen und sich hier niederließen. Das Kloster wurde erstmals in den Jahren 1198 bis 1205 erbaut. Einen großen Teil des heute vorhandenen Bauwerks hat Hugo III., der König von Zypern (1267 – 1284) bauen lassen. Nachdem die Insel den Osmanen zugefallen war, wurde den Tätigkeiten des Klosters ein Ende gesetzt und die Kirche wurde den Griechisch-Orthodoxen zuteil. Heutzutage ist ein Großteil des Klosters verfallen. Der Eintritt in das Kloster erfolgt durch einen mit zinnenartigen Schießscharten bewehrten Gang, der den Eindruck eines Burgtores erweckt und nach dem man zum Vorplatz gelangt. Die hiernach kommende Kirche bildet den ältesten Bestandteil des Klosters und ist im Originalzustand gut erhalten. 
 
 
Die Burg St. Hilarion
 
Die Burg hat ihren Namen von einem Heiligen erhalten, der nach Zypern emigrierte, als Jerusalem von den Arabern erobert wurde und der sein verbleibendes Leben hier in Andacht und Gottesverehrung verbrachte. Es ist festzustellen, dass hier im Nachhinein (im 10. Jahrhundert)  eine Kirche und ein Kloster erbaut worden sind. Die Burg St. Hilarion liegt 700 m über dem Meeresspiegel und breitet sich über einen Zwillingsfelsvorsprung aus. Das genaue Datum, an dem der Bau der Burg vollendet war, ist zwar unbekannt, doch es wird vermutet, dass sie im 10. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung errichtet worden ist, um die Insel gegen die aus dem Norden kommenden arabischen Streifzüge zu verteidigen und um die Insel unter Kontrolle zu behalten. Auch wird angenommen, dass sie aus derselben Zeit stammt, in der auch die Burg Buffavento, die Burg Kantara und die Festung Kyrenia mit derselben Absicht gebaut worden sind. Die Information, wonach die Burg von den Byzantinern gebaut wurde und während der Besetzung der Insel im Jahr 1191 durch den englischen König Richard Löwenherz schon existierte, ist bis in unsere Zeit überliefert worden. Nichtsdestotrotz wird die Burg in historischen Quellen erst im Jahr 1128 erwähnt, als nämlich Kaiser Friedrich II. über Zypern herrschen wollte. Man hatte eine 500 m lange Burgmauer gebaut, die die Burg kreisförmig umschloss und 9 Türme aufwies. Die Burg besteht aus drei Hauptabteilungen, von denen jede über eine eigene Zisterne und über eigene Lebensmitteldepots verfügte. Die erste Hauptabteilung wurde durch die ganz unten erbaute untere Festung gebildet, die für die Soldaten und für die Pferde errichtet worden war. Ihren Anfang hatte sie in einer mit Mauern umschlossenen Verteidigungsstätte, die den Haupteingang schützte. In der mittleren Festung standen die Klosteranlage und die Stätte des Heiligen. In der oberen Festung dagegen waren die Palasträumlichkeiten, der Königspalast und die Küche untergebracht. Die Venezianer, die die Burg 1489 eroberten, waren nicht so stark, um die Burg verteidigen zu können. Um zu verhindern, dass sie in die Hände der Osmanen gelangte, zerstörten sie sie deswegen. Danach ist die Burg bis 1964 nie wieder für militärische Zwecke genutzt worden. Als die griechischen Zyprer 1964 angriffen, nahmen die türkischen Krieger die strategisch wichtige Stellung der Burg wahr und bezogen dort Stellung, um sich zu verteidigen. Die griechischen Zyprer griffen die Burg im April 1964 an und wurden von einer Handvoll Krieger zurückgeschlagen. 
 
 
Die Festung von Kyrenia
 
Sie ist eine der beeindruckenden Festungen an den Küsten des Mittelmeeres. Sie stammt aus dem Mittelalter und ist bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Im Nordosten von Girne gelegen, wurde sie auf einem rechteckigen Plan in einer solchen Lage gebaut, die über den Hafen herrschend ist. Antike Quellen nennen sie zum ersten Mal im Rahmen der Ereignisse, die geschahen, als der englische König Richard Löwenherz im Jahr 1191 nach unserer Zeitrechnung am dritten Kreuzzug teilnahm und Isaak Komnenos, den König von Zypern schlug, um schließlich Zypern zu erobern. Die genaue Zeit, in der die Festung erbaut worden ist, konnte bis heute nicht festgestellt werden. Doch aus den in und um der Festung durchgeführten Forschungen geht hervor, dass sie aus dem III. und II. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammt. Es wird vermutet, dass die Festung von Kyrenia, eine der wenigen Ruinen in unserem Land, von den Byzantinern gebaut worden ist, um die Stadt Girne vor den zahlreichen arabischen Streifzügen schützen zu können, die sich gegen Zypern richteten. Zurzeit des Hauses Lusignan erfolgten diverse Umbauten in der Festung und in der Zeit der Venezianer nahm sie dann ihre Beschaffenheit an, die bis zum heutigen Tag erhalten blieb. Als die Festung 1570 von den Osmanen belagert wurde, wollten ihre Bewohner erst gar nicht die Fähigkeiten der Festung auf die Probe stellen und ergaben sich. Dadurch spielten sie unbewusst eine Rolle in dem Zusammenhang, dass die Festung unversehrt bis in unsere Zeit erhalten bleiben konnte. In der osmanischen Ära wurde die Hängebrücke der Festung niedergerissen und die heute ersichtliche neue Brücke wurde an ihrer Stelle gebaut. Nach 1946 wurde die Festung vorübergehend auch als Polizeischule gebraucht. Die Engländer benutzten sie danach als Gefängnis, um aufständische griechische Zyprer einzusperren. Während der türkischen Friedensoffensive im Jahr 1974, kam sie unter türkische Herrschaft.
 
 
Die Burg Buffavento
 
Die Burg Buffavento ist ein Teil der Warnkette, die zum Schutz der Insel gegen die arabischen Streifzüge gebildet worden war und daneben auch die Burgen St. Hilarion und Kantara umfasste. Die Burg wurde auf einem sehr windigen Hügel errichtet und bekam deshalb den Namen „Buffavento“, was so viel wie „Windstoß“ bedeutet. Das genaue Datum der Fertigstellung ist unbekannt. Doch man spricht von jener Zeit, in der Richard Löwenherz Zypern eroberte. Einer Überlieferung zufolge trat die Tochter des Isaak Komnenos, der sich zum König von Zypern ausgerufen hatte, aus dieser Burg heraus und ergab sich Richard Löwenherz. Wie auch mit den anderen Burgen der Insel, ist mit der Burg Buffavento die Sage einer Königin verbunden,  die einst auf Zypern herrschte. Als Zypern unter die Herrschaft der Tempelritter geriet, gab es eine leprakranke byzantinische Prinzessin und ihren Hund, der an derselben Krankheit litt. Man hatte die Prinzessin und ihren Hund in der Burg Buffavento eingesperrt. Nach einer geraumen Zeit bemerkte die Prinzessin, dass die Haut ihres Hundes langsam zu heilen anfing. Sie beobachtete daraufhin, wie sich der Hund jeden Morgen in einer Quelle unterhalb der Burg badete. Sie ging nun auch jeden Morgen zur Quelle und badete darin. Nachdem sie vollkommen geheilt worden war, baute man an der Stelle, wo sich die Quelle befand, ein erstes Bauwerk des Klosters, das heutzutage als Chrysostomos–Kloster bekannt ist. Die Burg wurde von 1382 bis 1398 als Gefängnis verwendet. Zu der Zeit hieß sie Löwenburg. Als sie 1489 unter venezianische Herrschaft kam, büßte sie ihre vorherige Bedeutung ein, denn die Venezianer legten in Bezug auf die Verteidigung der Insel, größeren Wert auf die an der Küste befindlichen Festungen.